DIOR, LACROIX, GAULTIER. Haute Couture auf Papier

Sa, 14. Juli 2018

Die Sommerausstellung Dior, Lacroix, Gaultier. Haute Couture auf Papier widmet sich vom 19. Mai bis 12. August 2018 der faszinierenden Welt der Modeillustration. Im Gegensatz zu den Entwurfszeich-nungen der Designer, die der Fertigung der Kleidungsstücke vorausgehen, setzen die Illustrationen bereits existierende Kollektionen ins Bild. Geschaffen für Zeitschriften und Werbung, vermitteln sie der Öffentlichkeit in Zeichnungen und Druckgrafiken die Kreationen großer Modeschöpfer wie Christian Dior, Yves Saint Laurent oder Jean-Paul Gaultier. Bei der Modeillustration geht es jedoch nicht einfach um eine möglichst detaillierte Dokumentation der Kleidung. Die Arbeiten stellen vielmehr eigenständige künstlerische Interpretationen dar, die das Wesen des jeweiligen Entwurfs erfassen und ihn gekonnt in Szene setzen. Pointiert fasst die Sammlerin und Galeristin Joëlle Chariau zusammen, was eine Modeillustration ausmacht: „Eine Modezeichnung ist eine Inszenierung von Körpern und Haltungen. Sie wird vor allem von der Qualität der Zeichnung und der Kreativität des Künstlers definiert, doch sie erfordert auch ein perfektes Verständnis für das Wesen des Kleidungsstücks und die Fähigkeit, es in ein Bild des Begehrens zu übersetzen.” Diese Aspekte anschaulich werden zu lassen, ist Ziel der Ausstellung, deren Spektrum von pointiert verknappten Skizzen über Experimentell-Verspieltes bis hin zur opulenten Inszenierung als Luxusware reicht.

Die Waiblinger Ausstellung präsentiert Arbeiten herausragender Vertreter des Fachs von 1900 bis heute: Anfang des 20. Jahrhunderts beauftragte der französische Modeschöpfer Paul Poiret Künstler wie Georges Lepape, Paul Iribe und George Barbier, seine Kreationen in Grafiken festzuhalten.   Jenseits einer sachlich-nüchternen Schilderung banden sie die Mode in ästhetisch durchgestaltete Gesamtkompositionen ein, die die exakte Wiedergabe von Details einem individuellen Stil und Ausdruck unterordneten. Entsprechend erklärte Lepape, der Künstler solle das Modell nicht nur darstellen, sondern es erschaffen und neu erfinden.

Ihre Blütezeit erlebte die Modeillustration in den 1920er- und '30er-Jahren in Zeitschriften wie La Gazette du Bon Ton, aus der später die französische Vogue hervorgehen sollte, oder dem deutschen Blatt Styl. Inspiration fanden die Illustratoren dabei auch immer wieder im Austausch mit der freien Kunst – so zeigen etwa Annie Offterdingers Grafiken mit kantigen Formen und mondänen Figuren deutlich den Einfluss des Expressionismus. Ab der Jahrhundertmitte galt René Gruau als eine zentrale Figur der Modeillustration: Seine pointiert-reduzierten Grafiken, die häufig wenige, theatralisch inszenierte Details in den Fokus rücken, sollten vor allem das Markenimage Diors maßgeblich prägen.

Seit den 1960ern verdrängte die Modefotografie mehr und mehr gezeichnete Illustrationen; für die Künstler galt es, neue Wege einzuschlagen. Mit Antonio Lopez trat ein Erneuerer der Modeillustration auf den Plan. Sein Stil ist ausgesprochen wandelbar; mal zeigt er sich inspiriert von Künstlern der Klassischen Moderne wie Fernand Léger, mal ganz im Zeichen der damals aktuellen Popkultur. Für das Wiederaufleben der Modeillustration Ende des 20. Jahrhunderts stehen so unterschiedliche Positionen wie Mats Gustafson oder François Berthoud: Während Gustafsons Tuschezeichnungen und Aquarelle durch eine Reduktion bestechen, die ebenso mühelos wie treffend erscheint, geben sich Berthouds Linolschnitte farbenfroh-verspielt.

Zu sehen sind Leihgaben der privaten Sammlung ELLEKE COLLECTION – ART FASHION, der Lipperheideschen Kostümbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin sowie der Von Parish-Kostümbibliothek des Münchner Stadtmuseums. Ausgewählte originale Kleidungsstücke namhafter Designer aus der Modesammlung Bräu, Stuttgart, werden den Illustrationen gegenübergestellt und erlauben den direkten Vergleich zwischen der Mode und deren Bild. Die Ausstellung wird gefördert vom langjährigen Partner der Galerie Stihl Waiblingen, der Kreissparkasse Waiblingen.

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Informationen zum Ort/Veranstalter:

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Galerie Stihl Waiblingen

Weingärtner Vorstadt 12

71332 Waiblingen

Tel: +49 (0)7151 500 16 70

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Veranstaltungsort

Galerie Stihl Waiblingen
Weingärtner Vorstadt 12
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Telefon: +49 (0)7151 500 16 70
Fax: +49 (0)7151 500 13 9

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