Baut Brücken statt Mauern

Do, 14. Juni 2018

Brücken bauen, Menschen miteinander verbinden - das ist das zentrale Anliegen George Finleys, das sich durch Leben und Werk des in Schwäbisch Hall und St. Andrews, Schottland, lebenden Malers zieht. Anlässlich seines 80. Geburtstages zeigt die Sammlung Würth in einer retrospektiv angelegten Ausstellung in der Künzelsauer Hirschwirtscheuer Werke aus mehr als drei Jahrzehnten und verschiedenen Schaffensphasen.

Am Beginn seines umfangreichen OEuvres stehen gegenständliche Bilder, darunter zahlreiche Landschaften und Stadtansichten. Sie verhalfen dem Autodidakten zu überregionaler Bekanntheit und ersten Ausstellungen und erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit. Ab 1996 schließlich wandte sich Finley vermehrt der Abstraktion zu. Eine einfache Feststellung war der Auslöser: Durch eine leuchtend rote Mütze beispielsweise behauptet sich eine kleine menschliche Figur gegenüber ihrem größenmäßig überragenden, aber dezent kolorierten Umfeld, sei es Architektur oder Landschaft. Allein der Kontrast der Farben lässt die Figur zum Bildzentrum werden. Finley hob diese beim Malen gemachte Beobachtung auf eine abstraktere Ebene. Fortan erkundete er die Möglichkeiten von Form und Farbe.

Der Terroranschlag vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York bewegte den Künstler schließlich dazu, mit der "Neuen Linie" einen erneuten Stilwechsel zu vollziehen. Auf einen meist in Blau- und Rottönen ausgestalteten Hintergrund zeichnet er mit einem weißen Zweikomponenten-Kleber Menschen. "Inalienability (Nichtfremdseinkönnen)", das erste der so entstandenen Bilder, zeigt eine Reihe von Personen mit unterschiedlichen kulturellen oder religiösen Hintergründen, freundlich einander zugewandt ins Gespräch vertieft. In den seither entstandenen Gemälden stehen solche Szenen der Gemeinschaft, des friedlichen Miteinanders im Vordergrund. Es sind dabei keine Utopien, sondern alltägliche Situationen, die der Künstler zeigt: Menschen, die einander Geschichten erzählen, tanzen oder diskutieren, neue Nachbarn, die sich auf der Straße begegnen. 

Die in enger Zusammenarbeit mit Doris und George Finley entstandene Ausstellung schlägt nicht nur Brücken zwischen den verschiedenen Stilen des Künstlers, sie will auch den Betrachterinnen und Betrachtern Mut machen, selbst Brücken zu bauen für ein besseres Miteinander.

Veranstalter

Hirschwirtscheuer
Scharfengasse 12
74653 Künzelsau

Veranstaltungsort

Hirschwirtscheuer
Scharfengasse 12
74653 Künzelsau

Eintritt

 

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