Untergröninger Fürstenzug Huldigung an die Hohenloher Fürstin - der Untergröninger Fürstenzug

Im Jahr 1776 erhält Fürstin Friederike Sophie Charlotte von Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein als eine der fünf limpurg-sontheimischen Erbtöchtern Schloss und Herrschaft in Untergröningen. 

Zurückgegangen ist dies auf einen 1690 entwickelten Erbstreit, der erst 1774 endet, da zehn weibliche Nachkommen als Erbinnen vorhanden sind. Durch eine außergerichtliche Entscheidung per Losentscheid wird die Linie Limpurg-Sontheim-Gröningen Besitzer des Schlosses. Damit erbt die Fürstin von Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein (*18. Februar 1714, † 1. Mai 1777). Sie regierte aber nur ein einziges Jahr in Untergröningen wo dann auch der Sohn Ludwig Carl Franz Philipp Leopold, 1798 (nach dem Tod seiner Gattin) seinen Witwersitz nimmt. Am Ort siedelt der Fürst planmäßig katholische Untertanen an und gründet 1779 sogar eine katholische Volksschule.

Ab 1775 erfolgen umfangreiche Umbauten an der Schlossanlage, bei denen das heutige Aussehen geschaffen wird. Unter anderem wird die Zugbrücke abgerissen und durch ein massives Bauwerk ersetzt. Die bis dahin evangelische Schlosskirche wird in eine katholische umgewandelt, wofür als Ersatz in der Ortschaft gleich eine neue Kirche gebaut wird.

Mit einem riesigen Festzug zieht die neue Herrin am 7. September 1776 samt ihrem Gefolge ins frisch renovierte Schloss Untergröningen ein. In den daraufhin folgenden Monaten bis zu ihrem Tod im folgenden Jahr prägt die Fürstin die Entwicklung von Untergröningen maßgeblich. Der ehrenamtliche Archivar Roland Knobloch aus Untergröningen stößt bei seinen Recherchen zur Schlossgeschichte auf eine Huldigungsformel zu Ehren der neuen Herrin. Im Jahr 2005 entwickelt sich daraus die Idee, ein historisches Spektakel zu veranstalten.

Seither wird der Fürstenzug Untergröningen in Abständen unter der Zusammenarbeit sämtlicher Untergröninger Vereine im September durchgeführt. Der Fürstenzug entzückt immer wieder Majestäten und Besucher gleichermaßen. Hierdurch und unter liebevoller Ausgestaltung des historischen Volksfestes gelingt es ganz Untergröningen zurück in das höfische Leben Anno 1776 zu versetzen. Mit der Eröffnung des Kunst- und Handwerkermarkts am Samstag werden die Feierlichkeiten auf dem Schloss eingeleitet. Das abendliche Schlossfest verzaubert nicht nur mit stimmungsvoller Beleuchtung: Jongleure, Tänzer, Musiker und Sänger - sogar Greifvögel und Feuerspucker beeindruckten große wie kleine Gäste. Unter den teilnehmenden Gruppen aus der nahen und weiten Umgebung sind auch traditionelle Musikvereine, die für Stimmung an den Straßen sorgten. Am zweiten Festtag dürfen die zahlreichen Zuschauer über 500 Umzugsteilnehmer und Garden in barocken Kostümen, geschmückte Pferde und Kutschen bestaunen.

www.fuerstenzug-untergroeningen.de 

Quelle: Fürstenzug Untergröningen, wikipedia