Die Crailsheimer Horaffensage ... und ihr Stadtfeiertag - 03. und 07. Februar 2018

Bis heute wird der Stadtfeiertag jedes Jahr am Mittwoch vor Estomihi mit Beflaggung der Stadt und einem kleinen Festakt, einem ökumenischen Gottesdienst, einem heimatgeschichtlichen Abend und einer Horaffengala (am Wochenende vor dem eigentlichen Feiertag) begangen.

Eine der schönsten Traditionen anlässlich des Stadtfeiertags ist die Verteilung von Horaffen an die Kinder und die Senioren der Stadt. Über 10.000 Stück des leckeren Hefegebäcks werden in Kindergärten, Schulen und Senioreneinrichtungen ausgegeben. Die Form des Gebäcks erinnert angeblich an das Hinterteil der Bürgermeistersfrau. Es gibt aber auch ein altes keltisches Abwehrzeichen in der gleichen Form, das früher auch gerne über Haustüren angebracht wurde.

Stolz sind die Crailsheimer auf ihre historische Stadtsage vom "Horaffen" auch heute noch. Nach einer monatelangen Belagerung durch die verbündeten Reichsstädte Hall, Rothenburg und Dinkelsbühl im Winter 1379/1380 gingen die Lebensmittel der Crailsheimer zur Neige. Angesichts der ersten Lage griff man zu einer List. Mit dem allerletzten Mehl buken die Frauen die traditionellen Hörnchen, Horaffen genannt, und warfen sie den Belagerern über die Stadtmauer. Danach stieg die Bürgermeistergattin auf die Stadtmauer und zeigte den Belagerern ihr blankes Hinterteil. Angesichts der wohlgenährten Bürgermeistergattin und des vielen Gebäcks sahen die Feinde wohl ihre Belagerung als erfolglos an und zogen am Mittwoch vor Estomihi (am 7. Sonntag vor Ostern im Kirchenkalender) im Jahr 1380 (am 1. Februar) von dannen.

Seit vielen Jahrzehnten ist es seither Tradition, dass anlässlich des Stadtfeiertags ein ökumenischer Gottesdienst, der Heimatgeschichtliche Abend, der Fackelzug der Bürgerwache mit anschließendem Bürgerempfang des Oberbürgermeisters und eine Horaffengala stattfinden.

Die Horaffensage

Quelle: Stadt Crailsheim und wikipedia