Kloster Schöntal Speciosa Vallis

Mönchsleben, Rokoko-Treppenhaus, ein dichtender Abt und das Grab eines weltbekannten Ritters

Das Kloster Schöntal an der Jagst ist eine ehemalige Zisterzienserabtei aus dem 12. Jahrhundert mit einer kunstvollen Barockkirche. Die Klosteranlage bildet mit den umliegenden Wohnhäusern den Ortsteil Kloster Schöntal der Gemeinde Schöntal.

Das Kloster wird 1153 als Filialkloster des Klosters Maulbronn von Wolfram von Bebenburg in Neusaß gegründet. 1157 bis 1163 erfolgt der Umzug nach Schöntal an die Jagst. Das Gelände in Schöntal stellen die Herren von Berlichingen zur Verfügung, die im Gegenzug das Recht der Grablege im Kloster erhalten. Im Ostflügel des Kreuzgangs ist auch Götz von Berlichingen begraben. Das Kloster steht nun unter dem Schutz des Bischofs von Würzburg. Auf dem Konstanzer Konzil erhält es 1418 die Reichsunmittelbarkeit verliehen, die es bis 1495 behält. Während des Bauernkrieges 1525 wird Schöntal mehrfach ausgeraubt. Im Laufe der Reformation kann man sich zwar gegen die Aufhebung wehren, die Klostergebäude werden aber zusehends unbewohnbar. In den Jahren 1617/18 wird deshalb unter Abt Theobald Fuchs die Alte Abtei errichtet, in der die Mönche untergebracht werden. Während des Dreißigjährigen Krieges wird das Kloster belagert, schließlich müssen die Mönche 1631 fliehen.

Unter Abt Benedikt Knittel (Abt und Dichter 1683 - 1732) erlebt das Kloster eine neue Blüte. Unter ihm wird die von Leonhard Dientzenhofer geplante Barockkirche erbaut, außerdem der palastartige Konvent mit dem Rokoko-Treppenhaus. Im Kloster leben zu dieser Zeit etwa 40 Mönche, dazu kommen etwa 30 Laien, die außerhalb des Klosters nach mönchischem Vorbild leben. Knittel ist Verfasser zahlreicher, meist lateinischer Verse und Dichtungen. Zum Beispiel steht auf einer Steintafel am Neubau des Archivturms: "Dass es gelte, bewahr ich das Recht: reden sollen die Akten // Zeichen des Herrn, so teuer, vertreibe das schädliche Feuer // Gib uns Schutz, dass nicht nage die Maus, und kein Dieb uns wegtrage". Die großen lateinischen Buchstaben ergeben als Zahlen gelesen das Jahr der Errichtung des Turmes nämlich die Zahl 1697.

1802 wird das Kloster säkularisiert, indem es vom Königreich Württemberg besetzt wird. Die Klostereinrichtung wird nach Stuttgart verbracht und die Gebäude zunächst als Oberamt genutzt. Von 1810 bis 1975 beherbergt Kloster Schöntal das Evangelisch-theologische Seminar. Heute werden die Gebäude von der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart als Tagungshaus, als Waldschulheim für Schulen sowie als Rathaus der Gemeinde Schöntal genutzt. Abtei und Klosterkirche können im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Über die Klostergeschichte informiert eine Dauerausstellung. Kloster Schöntal zählt zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut. Von hier aus werden auch die zahlreichen Führungen organisiert.

Quelle: wikipedia, SSG

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Kloster Schöntal
Klosterhof 1
74214 Schöntal