Klosteranlage Großcomburg Ensemble mit Ringmauer und Wehrtürmen

Ein goldener Radleuchter, ein Sarkophag, ein barocker Hochaltar und viel Kultur

Obwohl einige Gebäude im 19. Jahrhundert abgebrochen wurden, bietet die Comburg ein weitgehend erhaltenes Ensemble von Bauten des 11. bis 18. Jahrhunderts. Die gesamte Klosteranlage wird von einer Ringmauer mit Wehrtürmen aus dem 16. Jahrhundert umschlossen, die der Gesamtanlage einen wehrhaften, burgartigen Charakter verleiht. Hinter dem inneren Torbau, der von der romanischen Michaelskapelle gekrönt wird, liegt die "Alte Dekanei" mit SB-Café und ausgeschilderten i-Treffpunkten für Führungen.

Die Grafen von Comburg-Rothenburg stiften um 1078 ein der Diözese Würzburg unterstehendes Benediktinerkloster an der Stelle ihrer Burg, in das einer der Gründer, Graf Burkhard, als Mönch eintritt. Nach einer auch an zahlreichen Bauten abzulesenden Blütezeit kommt es im 13. Jahrhundert zu einem Niedergang des Klosters. Mit der Unterstützung des Bischofs von Würzburg wird das Kloster 1488 in ein adliges Chorherrenstift umgewandelt und erlebt im 16. Jahrhundert eine neue Blütezeit. Friedrich I. von Württemberg lässt 1802 das Reichsstift Comburg besetzen und es dann 1803 aufheben. Der Kirchenschatz wird darauf hin in der Ludwigsburger Münze eingeschmolzen. Wertvolle Bücher mit zahlreichen mittelalterlichen Handschriften befinden sich nun in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart.

Den heutigen Bau der Stiftskirche St. Nikolaus, eine barocke Hallenkirche, errichtete der Würzburger Baumeister Joseph Greissing 1706 - 1715 drei spätromanische Türme. Vom Vorgängerbau erhalten sind ein Antependium, um 1130, aus vergoldetem Blech und der große Radleuchter aus vergoldetem und versilbertem Kupferblech, ebenfalls um 1130, mit 15,77 m Umfang, sowie der Stiftersarkophag um 1180. Hervorhebung verdienen auch der barocke Hochaltar des Würzburger Künstlers Balthasar Esterbauer von 1713/1717 sowie der Peter- und Pauls-Altar von Michael Kern 1610/1620.

Bemerkenswert: Im September 2001 eröffnet Wolfgang Staehle in New York die Netzkunst Installation "Insta". Eine webcam sendet Livebilder der Comburg, dem Berliner Fernsehturm sowie die Skyline von NY in die Postmasters Gallery und projiziert sie nebeneinander. Tragischerweise geschieht währenddessen der Terroranschlag 911.

Seit 1947 ist die Comburg Sitz einer Staatlichen Akademie für Lehrerfortbildung, die 2004 Teil der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen in Baden-Württemberg wird. Die Akademie organisiert regelmäßig kulturelle Veranstaltungen im Kaisersaal. Der Hohenloher Kultursommer bietet Konzerte in der Kirche St. Nikolaus. Jedes Jahr im September wohnt ein Comburg-Literaturstipendiat in einer Ferienwohnung des Klosters.

Die Comburg liegt auf einem Umlaufberg im Kochertal südöstlich von Schwäbisch Hall, mit dem Teilort Steinbach an ihrem Fuß. Ein schöner Spazierweg durch den Stadtpark "Ackeranlagen" führt innerhalb von nur 20 Minuten (ca. 2 km) vom Stadtzentrum zu dieser Sehenswürdigkeit. Die gesamte Anlage ist auf dem Wehrgang begehbar. Es werden ständig Führungen angeboten.

Die Kirche St. Nikolaus kann nur im Rahmen von Kurzführungen oder kunstgeschichtlichen Gruppenführungen besichtigt werden.

Kurzführungen: Treffpunkt an der Michaelskapelle (siehe Ausschilderung), Telefon 0791 938-185. Ausführliche kunstgeschichtliche Gruppenführungen (60/90 Minuten) und spezielle Führungen für Kinder: Anmeldung über die Touristik und Marketing Schwäbisch Hall unter Telefon 0791 751-386, Fax -397.

Kontakt
Kloster Grosscomburg
Comburg 5
74523 Schwäbisch Hall
Flyer - Kloster Grosscomburg