Osterbrauch Wundersame Osterbrunnen - LandFrauen erhalten eine alte Tradition

Noch vor 50 Jahren hatten prächtig herausgeputzte Osterbrunnen ihren festen Platz im hohenlohischen Jahreslauf. Nachdem dieser alte fränkische Brauch über viele Jahrzehnte verschwunden war, haben ihm LandFrauen in zahlreichen Orten des Landkreises Hall wieder neues Leben eingehaucht. 

Ob Crailsheim, Langenburg, Obersteinach, Ruppertshofen, Kirchberg, Gnadental, Ellrichhausen, Bartenstein oder Gelbingen, ein Brunnen scheint den nächsten mit seiner Zier übertreffen zu wollen. Ihr Geheimnis ist rasch erzählt: Osterwasser, noch vor Morgendämmerung in der Osternacht geschöpft und beim Heimweg auch nicht ein Wort gesprochen, versprach den Töchtern des Hauses Schönheit und sollte das Vieh vor Krankheit und bösem Zauber schützen. War kein Bach in der Nähe, spendete eben der Dorfbrunnen wunderkräftiges Wasser, so die historische Überlieferung. 

Unzählige Eier werden von den LandFrauen ausgeblasen und bemalt. Oft fangen die Arbeiten schon im Juli an. Die Frauen legen dabei großen Wert auf Runenzeichen, uralte Symbole für Ostern. Das Kreuz etwa ist eines der ältesten Zeichen und gilt als Lichtsymbol. 

Viele Ostermärkte finden in der Region statt und ziehen mittlerweile tausende Besucher an. Schwarze Scherenschnitte zieren Gänse- und Straußeneier, Osterhasen werden aus Stroh gebaut und unzählige filigran bemalte bunte Ostereier gibt es zum Kauf. In den Bäckereien wird derweil das landestypische Ostergebäck angeboten. 

Mehr und mehr werden die Brunnen der Gemeinden restauriert und ansprechend geschmückt. Die Frage, ob in der Osternacht geschöpftes Osterwasser tatsächlich Schönheit bringt und vor Unheil bewahrt, kann nur jeder für sich selbst beantworten. Die Osterbrunnen allerdings sind über jeden Zweifel erhaben: Sie dienen alleine dem Brauchtum und der Zierde in ihren Dörfern.