Narri-Narro mit bunter Vielfalt in der Region Hohenlohe

Kaum hat das neue Jahr begonnen, übernehmen vielerorts Narros und Spättli, Bobbele und Teufel, Jokili und Hexen das Regiment auf süddeutschen Straßen. Wie keine andere Tradition verkörpert die schwäbisch-alemannische Fastnacht gelebtes Brauchtum in den oftmals katholischen Teilen Baden-Württembergs.

Im Unterschied zum rheinischen Karneval beginnt der Reigen der schwäbisch-alemannischen Fastnachtsbräuche meist erst am Dreikönigstag mit dem Reinigen des Häs, der traditionellen Narrenkleidung. Die bunte Vielfalt und über Jahrhunderte entwickelte regionale Unterschiede machen das Narrenhäs zu einem der Kennzeichen der Fasnet. Teilweise handgemachte Masken, kunstvolle Gewänder, aufwändige Wagen - jeder Ort hat hier seine eigenen Traditionen. Wer an den Fastnachtstagen durch Hohenlohe und den Landkreis Schwäbisch Hall reist, kann aus einer Vielzahl an Veranstaltungen, Bräuchen, Umzügen, Narrengerichten und Narrensprüngen wählen.

Die "Fastnacht" als Begriff kann in der Bedeutung mühelos als die Nacht vor dem Fasten angesehen werden. Noch bis in das 20. Jahrhundert hinein zerfiel Deutschland in einen närrischen, katholischen und einen abstinenten protestantischen Teil. Die Reformatoren hatten weder für das Fasten, noch für dessen rauschhaftes Vorspiel Verständnis und so wurde der Brauch in ihrem Einflussbereich meist gänzlich verboten. Inzwischen spielen die Konfessionsgrenzen kaum noch eine Rolle. In vielen Gemeinden Hohenlohes hat die Fastnacht mit ihrem rauschhaften Spiel und der uralten Tradition überlebt und wird noch von Jahr zu Jahr ausgelassen gefeiert.