Wildis Streng Krimiautorin aus Crailsheim

Nach einem längeren Exil in Karlsruhe, wo Wildis Streng Germanistik und Malerei studierte und auch arbeitete, lebt sie seit einigen Jahren wieder in Hohenlohe. Als Autorin fühlt sie sich ihrer Heimat tief verbunden. Deshalb setzt Wildis in ihren Krimis dem geliebten Hohenlohe gerne ein literarisches Denkmal.

 

1. Wo in Hohenlohe wurden Sie geboren bzw. welcher Lebensweg hat Sie hierher geführt?

Ich bin in Crailsheim geboren und in Tiefenbach aufgewachsen. Anschließend haben ich 13 Jahre in Karlsruhe gelebt, bis mich die Sehnsucht und die Liebe wieder in die Heimat gezogen haben. 

2. Welchen Lieblingsort / -platz haben Sie in der Region?

Einer meiner Lieblingsorte ist die Heinzenmühle, wo man im Sommer super ausspannen und grillen kann. Da ich sehr gern schwimmen gehe, auch die Freibäder, vor allem die in Satteldorf und Crailsheim. Und der Dorfplatz in Tiefenbach, vor allem während des Maifests. 

3. Was ist Ihre regionale Lieblingsspeise?

Ganz klar Blootz, am liebsten mit "Griawa". den besten gibt es in Mainkling in der "Eiche". 

4. Was ist für Sie typisch hier in der Region Hohenlohe?

Die Mentalität der Menschen, die ich vor allem in Karlsruhe sehr vermisst habe. Dass ein Hohenloher in der Lage ist, mit einem einzelnen "Hm" mehr auszudrücken als andere mit mehreren Sätzen. Außerdem die älteren Menschen aus der Generation meiner Oma mit "Kittelschurz und Koupfdiachle" oder "Baurakiddl und Kabba", die leider immer weniger werden. Und die wunderschöne Landschaft, die weder zu flach noch zu bergig ist.

5. Welche Personen / welcher Lebensumstand hat Ihren Werdegang begünstigt und wodurch?

Mein Wunsch, Autorin zu werden, wurde schon im Alter von 7 Jahren geweckt: Meine Grundschullehrerin hatte ein Buch geschrieben, und das wollte ich ab da auch. Gut war auch, dass ich die Marktlücke entdeckt habe - dass es nämlich noch keinen Krimi gab, der in Crailsheim und Umgebung spielt. Nicht zuletzt habe ich mit dem Gmeiner-Verlag einen Verlag gefunden, der seine Autoren in hohem Maße unterstützt.

6. Wie inspirieren Sie sich und wo?

Erstens durch meinen Mann Heiko, der ein typischer Hohenloher und ziemlich nah am "Buch-Heiko" ist. Außerdem sind wir ja am Wochenende und manchmal auch unter der Woche viel unterwegs und lernen neue Lokalitäten und zahlreiche Festlein kennen. Ansonsten inspirieren mich natürlich auch die Menschen, die ich treffe, zu Figuren - bei manchen ist es allerdings besser, wenn sie sich in den Romanen nicht wiedererkennen.

7. Mit welchen Ihrer (Künstler)-Kollegen können Sie sich ein gemeinsames Projekt vorstellen?

Bei meinen Lesungen werde ich ab und zu vom Hohenloher Barden Kurt Klawitter begleitet, den ich persönlich sehr schätze und mit dem ich auf einer Wellenlänge liege. Mit Autorenkollegen zusammen ein Buch zu schreiben, stelle ich mir eher schwierig vor, da doch jeder seinen eigenen Stil hat und man da Kompromisse eingehen müsste. Eine Anthologie wäre dagegen sicher eine gute Möglichkeit für ein gemeinsames Projekt.

8. Welches Buch sollte jeder Bücherfreund/Literaturliebhaber auf jeden Fall gelesen haben?

In der Sparte Regionalkrimi bin ich absoluter Fan von Wolf Haas, der schreibt, wie man denkt und laufend wahnwitzige Assoziationsketten liefert. Einfach genial! Ansonsten mag ich Andreas Eschbach, Ursula Poznanski, Steve Watson und natürlich Friedrich Dürrenmatt.

8a. ... welche Figur in Ihrem Werk trägt biografische Züge / bzw. wären Sie gerne selbst?

Lisa ist zwar auch blond und blauäugig, hat allerdings charakterlich nicht viel mit mir gemeinsam. Ihre Vita hat aber Parallelen zu meinem eigenen Leben - so sind zum Beispiel Sprachen auch mein Hobby. Manchmal trete ich auch augenzwinkernd als "Gaststar" auf, zum Beispiel im "Dorftheater" als Meerschweinchenbesitzerin beim Tierarzt oder in meinem nächsten Buch "Todesgleis" als Lehrerin.

9. Zu welchem Ort in Hohenlohe würden Sie einen Freund/Gast der Sie besucht führen. Und weshalb?

Natürlich aufs Volksfest und auf die Muswiese, denn diese Feste stellen die Hohenloher Identität in Reinform dar. Und zu einem Kurt Klawitter- oder Johkurt Paulaner-Trio-Konzert.

10. Mit welcher Person aus Hohenlohe würden Sie sich gerne mal für eine Stunde intensiv unterhalten und über welches Thema?

Da wir Hohenloher ja jeden einfach "anlabern", gibt es diesbezüglich nur wenig und unerfüllte Wünsche. Extrem cool finde ich allerdings Fritz Vogt aus Gammesfeld, den ehemaligen Betreiber der kleinsten Bank Deutschlands - ich hatte aber noch nie die Gelegenheit, ihn zu treffen. Man könnte sich mit ihm sicher prima über Luftgeld unterhalten.

Literaturliste

  • Dorftheater, 2015, Gmeiner
  • Kriminelle Ostern, 2015, Gmeiner
  • Fischerkönig, 2014, Gmeiner
  • Trauerweiden, 2013, Gmeiner
  • Hyazinthenduft, 2012, Baier Verlag
  • Ohrenzeugen, 2011, Gmeiner