Rudi Kost Journalist, Herausgeber, Verleger, Autor von Kriminalromanen und Kritiker aus Schwäbisch Hall

Der gebürtige Stuttgarter Rudi Kost hat sich vor vielen Jahren in das schöne Hohenloher Land "verguckt". Vielleicht lag es ja auch am Kartoffelsalat, der hier so wunderbar schmeckt. Denn ein Genussmensch ist der Krimiautor. Und in dieser ruhigen, beschaulichen Umgebung lassen sich in aller Ruhe spannende Handlungen für seine neuen Krimis stricken.

 

1. Wo in Hohenlohe wurden Sie geboren bzw. welcher Lebensweg hat Sie hierher geführt?

Ich bin in Hohenlohe weder geboren noch aufgewachsen, sondern in Stuttgart (wenngleich es familiäre Verästelungen in die Region gibt). Als wir vor vielen Jahren aus dem Mittleren Neckarraum hierher gezogen sind, hat einfach alles gestimmt: das Haus, das wir gesucht haben, das Dorf, in dem es steht, die Landschaft. Noch einmal ein paar Jahrzehnte, und ich werde mich um eine Anerkennung als Hohenloher ehrenhalber bemühen.

2. Welchen Lieblingsort / -platz haben Sie in der Region?

Immer den, wo mein nächster Krimi spielt. Die Recherchen eröffnen mir die Möglichkeit, etwas neu zu sehen, das man zu kennen glaubt - oder an dem man bisher achtlos vorüber gefahren ist.

3. Was ist ihre regionale Lieblingsspeise?

Tut mir leid, da muss ich passen. Ich habe kein Lieblingsessen, keine Lieblingsfarbe, keinen Lieblingsfilm... Ich lasse mich gern von Neuem überraschen und stelle Gewohntes in Frage. Schwach werde ich allerdings immer bei einem richtig guten, schön schlonzigen Kartoffelsalat, schon, weil er mir selbst partout nicht gelingen will.

4. Was ist für Sie typisch hier in der Region Hohenlohe?

Dieses atemberaubend schöne Land. Die sanften, manchmal toskanisch anmutenden Hügel. Die schroffen Einschnitte von Kocher, Jagst und Bühler. Die Bergnasen, auf denen Schlösser thronen wie Langenburg oder Waldenburg. Die manchmal sturen, manchmal eigenbrötlerischen, ziemlich schlitzohrigen und immer herzlichen Menschen.

5. Welche Personen / welcher Lebensumstand hat Ihren Werdegang begünstigt und wodurch?

Meine Frau. Meine Kinder.

6. Wie inspirieren Sie sich und wo?

Im Sommer bei Spaziergängen durch unsere Landschaft (und irgendwann wird es auch gelingen, diese hässlichen Windräder allerorten zu ignorieren). In einem Café in Schwäbisch Hall sitzen und zuschauen, wie das Leben an einem vorbeizieht. Im Winter bei Sonne, Meer, Wind und vulkanischer Energie - wir verlegen unseren Arbeitsplatz gern für ein paar Monate nach Lanzarote.

7. Mit welchem Ihrer (Künstler)-Kollegen können Sie sich ein gemeinsames Projekt vorstellen?

Käme auf das Projekt an. Ich habe keine Berührungsängste. 

8. Welches Buch sollte jeder Bücherfreund / Literaturliebhaber auf jeden Fall gelesen haben?

Sie meinen, abgesehen von den Dillinger-Romanen? Oh, da wird es schwierig. Meine Vorlieben wechseln mit den Jahren, und das ist auch gut so.

8a. ... welche Figur in Ihrem Werk trägt biografische Züge / bzw. wären Sie gerne selbst?

Keine Figur in meinen Werken trägt biografische Züge. Ich fände es langweilig, über mich zu schreiben, für mich und den Leser. Ich erfinde lieber Figuren. Halt, Korrektur: Dillinger und mich verbindet die Liebe zu schönem Essen, gern selbst gekocht, und zu gutem Wein. Und meine andere Serienfigur, Kommissar Grock aus Stuttgart, raucht seltsamerweise die gleichen französischen Schwarzen wie ich. Damit hat es sich dann aber schon.

9. Zu welchem Ort in Hohenlohe würden Sie einen Freund/Gast der Sie besucht führen. Und weshalb?

Jeder Ort, jede Landschaft hat eine eigene Atmosphäre. Käme darauf an, was dieser Jemand sucht. Idyllische Landschaft? Verschlafene Weiler? Geschichtsträchtige Orte? Kann er alles haben, und die Liste wäre lang. Das schöne Schwäbisch Hall wäre aber auf alle Fälle dabei.

10. Mit welcher Person aus Hohenlohe würden Sie sich gerne mal für eine Stunde intensiv unterhalten und über welches Thema?

Mit Pfarrer Johann Friedrich Mayer (1719-1798) aus Kupferzell, der das nach ihm benannte, für Hohenlohe so typische Bauernhaus zwar nicht erfunden, aber erfolgreich propagiert hat: im gemauerten Erdgeschoss ehedem der Stall, darüber das Fachwerk mit den Wohnräumen. In einem solchen Haustyp, im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut, wohnen wir auch. Und ich würde gerne mit ihm diskutieren, warum er damals mit der Geschosshöhe so arg sparsam war...

Literaturliste

  • Dillinger hat Schwein: Ein Baden-Württemberg-Krimi, 2016, Silberburg-Verlag, 9,90 €
  • Drei Vorhänge für Grock, 2015, Silberburg-Verlag, 9,90 €
  • Grock spielt die erste Geige, 2014, Silberburg-Verlag, 9,90 €
  • Dillinger macht Wind, 2014, Silberburg-Verlag, 9,90 €
  • Wenn Oma Öchsle zweimal klingelt, 2013, Silberburg-Verlag, 12,90 €