Haller Sieder Die Geschichte von den Haller Siedern mit ihrem Gockel

Der Große Siedershof in Schwäbisch Hall ist das lebendige Zeugnis einer vielschichtigen Vergangenheit.

Seine Wurzel reichen zurück bis in das frühe Mittelalter, als die junge Siederschar nicht nur Salz, aus der schon zu keltischer Zeit genutzten Salzquelle am Kocher gesotten hat, sondern auch als Feuerwehr fungierten oder der alten Reichsstadt als Bürgerwache diente. Unter dem Vereinsdach Alt Hall gliedern sich heute die vier Abteilungen - die Spielgruppen Haalunkel und Haalgschrey, der Große und der kleine Siedershof.

Die Farben der Salzsiederstracht symbolisieren: rot - das Feuer / schwarz - die Kohle / grün - die Sole und weiß - das Salz. Der Große Siedershof wird angeführt vom 1. Hofburschen. Er besteht aus dem Spielmannszug, den Tanzpaaren und der Schützenkompanie. Heute umfasst der Große Siedershof Schwäbisch Hall über einhundert aktive Siedersleute. An ihren Hüten tragen die Sieder schwungvolle Gockelfedern, die wie das über 100 Jahre alte Trinkgefäß (der Gockel), das bei Umzügen immer mitgeführt wird, an jenen Hahn erinnern soll, der durch sein Geschrei im Jahr 1316 den Anlass zum alljährlich an Pfingsten gefeierten Kuchen- und Brunnenfest lieferte.

Mit dem Ende der Reichsstadt endet zunächst auch das Brauchtum der Sieder, bis es 1862 zur Einweihung der Eisenbahnlinie Heilbronn-Schwäbisch Hall wieder belebt wird. Bereits 1878 entsteht der "kleine Siedershof", 1883 gründet sich im Zusammenhang mit einem Festumzug der "Große Siedershof". Im Hintergrund steht die Geschichtsbegeisterung jener Zeit, aber auch die Entwicklung Halls zur Kurstadt und die Attraktivität der Salzsiedertradition für den Tourismus. Aus der Aufführung von historischen Theaterstücken ab 1907 entwickelte sich das Kuchen- und Brunnenfest an Pfingsten, bei dem man sich an Festordnungen des 18. Jahrhunderts orientiert. 

Am sogenannten Salztag wird vom Verein Alt Hall das Schausieden in der Siedehütte hinter dem Hällisch-Fränkischen Museum gezeigt. Die Siedeknechte des Vereins zeigen live wie aus Haller Sole in einer nachgebauten Siedepfanne mit viel Feuer und Rauch richtiges, feines Haller Salz gesotten wird.

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