Kulturwanderweg Jagst- 8.Etappe

Wanderung

Hoch oben die Hohenloher Fürsten - und im Keller ein "kryptisches Rätsel"

 

Mehrfache Überquerung der Jagst auf befestigten und geschotterten Wegen, Anstiege durch offenes Gelände und Wald.

Beste Jahreszeit
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Kondition
2 von 6
Schwierigkeit
1 von 6
Technik
2 von 6
Erlebnis
3 von 6
Landschaft
4 von 6
Etappentour kulturell / historisch
Startpunkt der Tour:

Heimhausen

Zielpunkt der Tour:

Langenburg

Zurück zu den Spuren der Staufer gehen Sie bei dieser achten Etappe des Kulturwanderweges an der Jagst. Sie starten im Mulfinger Weiler Heimhausen. Zu den kirchlichen „Grenzen“: Ab Heim hausen sind Sie in protestantischem Gebiet – von Ailringen bis Mulfingen ist man katholisch. Gestern und Heute treffen sich hier: Alte Herrschaftsgebiete sind  bis in unsere Zeit noch als „Glaubens“ grenzen erhalten. Das Tagesziel ist das Schloss der Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg , einer Gründerburg der Stauferzeit. „Weingärten“ ist auch der Gewann-Name des Teilstücks bis zum idyllischen
Eberbach, Geburtsort des Kulturphilosophen Theodor Haecker, der auch Vergil und Kierkegaard übersetzt hat. Aber vorher liegt Schloss Buchenbach am Weg, eine altersgraue Ritterburg. Hier hat ein Herr von Stetten seinem Hund ein steinernes Denkmal gesetzt. Die rührende Geschichte aus dem 16. Jahrhundert ist dort nachzulesen: Der Hund hat seinem Herrn beim Sturz aus dem Fenster das Leben gerettet… Noch 1852 verglich Nikolaus Gerber (Kocher- und Jagstbote) den Fahrweg zwischen Buchenbach und Eberbach mit „Wildniswegen Amerikas“ und nennt auch den an diesem (damaligen) Zustand Schuldigen: „Die Jagst schaltet und waltet mit der wahren Damenlaune einer despotischen Königin in den Gütern
der Talbewohner…“. Sie können nun unschwer den Vergleich mit heute ziehen. Kleiner Tipp für Entdecker: „Das größte Rätsel Württembergs“ finden Sie in Unterregenbach: Das Tonnengewölbe auf acht Pfeilern im Pfarrhaus-„Keller“ ist die Krypta einer längst verschwundenen Kirche. Schließlich wurden noch die Mauerreste einer 47 m langen, drei schiffigen Basilika entdeckt, die im 14. Jahrhundert in eine Saalkirche umgewandelt wurde
– heute St. Veit. Daneben fand man einen weit über tausendjährigen kleinen, karo lingischen Sakralbau. Ergebnis: Das Rätsel von Unterregenbach  bleibt ungelöst. Der kleine Weiler Oberregenbach kann Sie mit der Steinbrücke über die Jagst beeindrucken – sie ist vom Kulturwanderweg aus gut sichtbar. 
Für die Stadt Langenburg sollten Sie genügend Zeit mitbringen; hinter dem historischem Stadttor gibt es viel zu sehen: Zwischen dem kleinen Pfarrdorf Bächlingen unten am Fluss und dem herrschaftlichen Schloss hoch oben auf dem „Langen Berg“ warten viele Entdeckungen auf Sie. 

Die Familie von Hohenlohe - das "Seelchen" und ein demokritischer Denker

Die Herren von Hohenlohe, später Reichsgrafen und Reichsfürsten, erscheinen in den Geschichtsbüchern schon zur Stauferzeit. Verwandt waren und sind sie bis heute mit vielen europäischen Monarchien. Zum Beispiel mit der Briten- Königin Victoria; Queen Elisabeth stattete 1965 beim Deut schland- Besuch auch ihrer Verwandtschaft im kleinen Langenburg einen Besuch ab. Das Schloss auf dem „Langenberg“ ist ein echtes Herrscherhaus und bestimmt auch architektonisch Stadt und Landschaft. Wenn die Familienfahne weht, ist der Fürst von Hohenlohe-Langenburg im Hause. 1576 wurde das Schloss der Grafen von Hohenlohe aus dem 15. Jahrhundert im Renaissance-Stil umgebaut. Doch ver mutlich hatte man schon im 13. Jahrhundert mit dem Ausbau einer Burg begonnen. Mächtige Rundtürme flankieren den hellen, rechteckigen Bau – im Westen die Bastei „Lindenstamm“, im Nordosten dermächtige Hexen- und Bettenturm.Gehen Sie durch den barocken Innenhof und spazieren Sie durch die Laubengänge – die gartenkünstlerische Anordnung atmet große Kultur. Von hier haben Sie eine traumhafte Aussicht auf das Jagsttal.
Das Schloss ist Gastgeber der Konzerte zum jährlichen „Hohenloher Kultursommer“. Und der Wanderweg an der Jagst erfährt hier einen weiteren Höhepunkt und bestätigt seinen kulturellen Anspruch. Das Schlossmuseum lässt einen Blick in die Geschichte Hohenlohes zu und zeigt u.a. Waffen und Porzellan. Im Deutschen Automuseum treffen sich Mittelalter und Moderne: Hier können Sie im historischen Marstall des Schlosses 80 fahrtüchtige
Benzinkutschen aus der Zeit von 1893 bis 1939 bestaunen. Schauen Sie sich unbedingt die Kult-Rede des Altbürgermeisters Gronbach in bewegten Bildern an.
Doch auch die Bürger Langenburgs haben von sich reden gemacht: Carl Julius Weber ist hier geboren (1767-1832). Der Philosoph gilt ls Demokrit Hohenlohes – und seine „Reise durch das Königreich Württemberg“ wurde ein Bestseller. Wer den Roman „Die Heilige und ihr Narr“ gelesen (oder den Film gesehen) hat, wird unschwer „Thor stein“ als Schloss Morstein und „Brauneck“ als Schloss Langenburg identifiziert haben. Die Autorin Agnes Günther (1863- 1911) lebte als Frau des Dekans lange Jahre in Langenburg. Das „Seelchen“ im Roman ist Agnes Günther im Leben. 

www.hohenlohe.de



Weitere Tourendetails
Schwierigkeit leicht
Länge 10,7 km
Aufstieg 404 m
Abstieg 242 m
Dauer 3h 30´
Niedrigster Punkt 270 m
Höchster Punkt 433 m
Download:

Die Tour wird präsentiert von: Touristikgemeinschaft Hohenlohe

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