Johanniterkirche Schwäbisch Hall

Museum

Die Johanniterkirche, ein umfassend sanierter Bau aus dem 12. Jahrhundert, wurde 2008 als Museum für spätmittelalterliche und neuzeitliche Kunst in der Sammlung Würth eröffnet. Die vorausgegangene, durch die Adolf Würth GmbH & Co. KG getragene Sanierung des Gebäudes umfasste einen Erweiterungsbau, die museale Ausstattung sowie die denkmalgerechte Restaurierung des originalen gotischen Dachstuhls von 1400/01, der sich als ältester seiner Art in Süddeutschland erwies.
2011 wurde der Umbau, den der Stuttgarter Architekt Erich H. Fritz realisierte, mit der Hugo-Häring-Auszeichnung prämiert.

Nachdem als Dauerleihgaben zuletzt noch einige erhaltene Exponate der originalen Ausstattung des ehedem sakralen Gebäudes rückgeführt werden konnten, bildet die Johanniterkirche als Dependance der nahe gelegenen Kunsthalle Würth nun die ideale Heimstatt für die bedeutende Sammlung Alter Meister in der Sammlung Würth.

Den Kernbestand dieser hochkarätigen Kollektion, die der Kunst des deutschen Südwestens, einschließlich des Bodenseeraumes und der Nordschweiz, vom ausgehenden Mittelalter bis zur beginnenden Neuzeit gewidmet ist, bildet der 2003 von der Familie Würth erworbene ehemals Fürstlich Fürstenbergische Bilderschatz, Donaueschingen.
Die kunst- und kulturgeschichtliche Bedeutung dieses Konvoluts ist alleine schon deswegen so hoch einzuschätzen, weil die meisten Tafelbilder einer Zeit entstammen, aus der aufgrund des in Schwaben besonders radikal durchgeführten Bildersturms nur äußerst selten Bilddokumente überliefert sind. Erhalten blieb zum Beispiel die bedeutende "Familie der Naturmenschen" Lucas Cranachs d. Ä. und ein ganzes Ensemble seiner Werkstatt mit religiösen Szenen, profanen Lehrstücken und Porträts. Hervorzuheben sind zudem zahlreiche Tafelbilder des Meisters von Meßkirch, einem der originellsten süddeutschen Maler des 16. Jahrhunderts, darunter der wertvolle "Falkensteiner Altar". Auch das bemerkenswerte Antonius-Retabel des Zürcher Veilchenmeisters oder das großartige Porträt eines Herrn von Andreas Haider verdienen unsere Aufmerksamkeit. Sowohl auf dem Gebiet der Tafelmalerei als auch der Skulptur konnte dieser übernommene Bestand sinnstiftend ergänzt werden, etwa mit qualitätvollen Beispielen von Daniel Mauch, Tilman Riemenschneider oder aus dem näheren Umkreis des Hans Multscher. Weitere Höhepunkte sind Neuzugänge aus der Hand Lucas Cranachs d. Ä., so das Bildnis einer reich geschmückten und in idealer Schönheit erstrahlenden "Heiligen Barbara" und die überaus lebendige Version des Themas "Christus segnet die Kinder". Die bedeutendste Ergänzung stellt jedoch die "Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen" von Hans Holbein d. J. dar. Das Bild Holbeins zählt zu den berühmtesten und wohl schönsten Gemälden des 16. Jahrhunderts. Ihren Weltruhm verdankt die Tafel, die mit der Sixtinischen Madonna von Raffael verglichen wird, ihrer langen, komplexen Entstehungsgeschichte, der genialen kühnen Bilderfindung ihres Schöpfers sowie ihren höchst ungewöhnlichen, wechselvollen Besitzverhältnissen.

Eintritt frei

Öffnungszeiten Di - So 11 - 17 Uhr
Johanniterkirche Schwäbisch Hall

Im Weiler 1
74523 Schwäbisch Hall
Telefon +49 791 946723-30
Fax +49 791 946723-39
E-Mail johanniterkirche@wuerth.com
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