Schloss Kirchberg

Schloss

Kirchberger Schloss wird zum soziokultrellen Zentrum für Jung und Alt

Ehemals Fürstlich-Hohenlohesches Schloss auf einem Bergsporn hoch über der Jagst, dessen Gebäude sich um drei Innenhöfe gruppieren. Jährlich finden im berühmten Rittersaal mehrere klassische Konzerte statt, auch im Rahmen des beliebten Musikfestivals "Hohenloher Kultursommers".

Von der Burg zum Schloss
Um 1240 Bau einer ersten Burg mit Kapelle, auf dem jetzigen Saalbau und hinterer Hof. Als Kirchberg 1398 in den Besitz der Reichsstädte Rothenburg, Dinkelsbühl und Hall kam und selbst zur Stadt ausgebaut wurde, bezog man die Burganlage in die Stadtbefestigung mit ein. Ludwig Kasimir von Hohenlohe kauft die Burg 1562 zurück. Unter Kasimir und seinen Söhnen fanden umfangreiche Änderungen statt. 1590-97 Umbau der mittelalterlichen Burg zum Renaissanceschloss mit zwei Querbauten und Verbindungsgängen (Saalbau, vorderer Querbau mit Eckbastionen).

Kirchberg wird zur Residenzstadt
1650 gelangt Graf Joachim Albrecht von Hohenlohe in den Besitz Kirchbergs und macht das Schloss zu seiner Residenz. 1675 kam es wieder in den Besitz Langenburgs, von 1699 bis 1861 war das Schloss dann für über 180 Jahre Sitz der Linie Hohenlohe-Kirchberg. Von 1738 bis 1745 Erweiterung der Gesamtanlage nach einheitlicher Bauplanung zum Residenzschloss durch Architekt Leopoldo Retti (auch Ludwigsburg, Dennenlohe und Stuttgart). Mit: Neubau von"Witwenbau", "Marstallgebäude", Brunnenhäuschen, Wachhaus, Schlossgraben mit Brücke, Wappenstein, Neidkopf, und zwei Postenhäuschen mit Phönix. Hinterer Hof mit Wirtschaftsgebäuden ("Michael Schmidt‘scher Bau"), am Saalbau der Wehrturm mit achteckigem Aufsatz (ehemals "Kunst- und Raritätenkabinett"). 

Die Prunkvollen und Wohlklingenden
Leopoldo Retti kümmert sich seinerzeit auch um den vorderen Querbau ehemals Staatszimmer (Rokokosaal), sowie den hinteren Querbau mit "Rittersaal". Heute einer der schönsten und wohlklingendsten Konzertsäle Frankens. Wegen seiner hervorragenden Akustik wird der Rittersaal von den verwöhntesten Künstlern und Musikfreunden hoch geschätzt. Als Prunkstück ist die von J. G. Creutzfelder geschaffene farbenprächtige Kassettendecke (Original heute in Schloss Neuenstein) zu betrachten. Diese befand sich ursprünglich im Kirchberger Schloss und wurde erst im Jahr 1953 an ihren heutigen Platz nach Neuenstein verbracht.

Hohenloher Linie stirbt aus
Schloss Kirchberg wurde bis 1861 von Angehörigen der Linie Hohenlohe-Kirchberg bewohnt, ging dann in Öhringer Besitz über und wurde bis einschließlich 1945 als Museum betrieben. Ein Teil diente damals auch als Forsthaus. Bis 1964 wurde ein Trakt der Schlossanlage als Internat genutzt. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs war im Schloss ein Alten- und Pflegeheim der Ev. Heimstiftung untergebracht. Diese suchte aus sanierungstechnischen Gründen ab 2013 einen Käufer für die historische Anlage. Schlossführungen werden ab ca. 1980 etabliert. Bis heute werden diese regelmäßig durch einen Stadt- und Schlossführer angeboten.

Künstler und Bauern ziehen ein
Im eigentlichen mittleren Schlosstrakt hatte sich um das Jahr 2011 eine Künstlerkolonie mit einigen Ateliers angesiedelt. Ein übriger Teil der Gruppe "aufgeSCHLOSSen" veranstaltet bis heute Ausstellungen und Kunstnächte. Ab 2013 stand das Schloss zum Verkauf. Neuer Besitzer wird im Jahr 2015 die Stiftung Haus der Bauern. Hinter den ehrwürdigen Mauern entsteht seither ein interdisziplinäres Zentrum für Kultur und Bildung: ein Akademiebetrieb mit dem Schwerpunkt der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft, die Bauernschule Hohenlohe und universitäre Lehrmodule, ein breites Integrationsprogramm, eine Jugendhilfeeinrichtung, seniorengerechte Wohngemeinschaften, viel Kunst und Kultur sowie eine Gastronomieeinrichtung mit Hotel und eine Heumilcheis Manufaktur. Schloss Kirchberg ist somit eines der spannendsten touristischen Ziele die der Landkreis derzeit zu bieten hat.

Schloss Kirchberg

Schlossstraße 16/3
74592 Kirchberg/Jagst
Telefon +49 7954 9215470
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